Ablauf der Supervision
Phasen einer Supervision mit Beispielen und Methoden
Diese Beispiele und Supervisionsphasen zeigen einen möglichen Ablauf, wie auch Methoden, welche in den verschiedenen Phasen angewendet werden können, um konkret auf die Bedürfnisse des Supervisanden einzugehen und Entwicklung zu fördern sowie den Beratungsauftrag zu gestalten. Die Phasen und Beispiele bzw. auch die Methoden, können natürlich variieren und sind nicht starr gesetzt.
1. Vertragsphase zur Supervision:
In dieser Phase wird der Rahmen für die Supervision festgelegt, einschließlich der Ziele, Frequenz der Treffen, Vertraulichkeitsregeln und Arbeitsmethoden. Hier ist es wichtig, dass der Auftraggeber und der Berater auf Augenhöhe miteinander sprechen, Unklarheiten klären und Wünsche formulieren. Ebenso sollte von den jeweiligen Teilnehmern an der Supervision einen Bereitschaft vorhanden sein, um den Prozess konstruktiv gestalten zu können.
- Beispiel Einzelsupervision: Eine neue Mitarbeiterin aus eine KiTa und sein Supervisor vereinbaren Ziele für die Supervision, treffen sich alle zwei Wochen für eine Stunde und vereinbaren, dass alle besprochenen Themen vertraulich behandelt werden.
- Beispiel
Gruppensupervision: Eine Gruppe von Grundschullehrern plant, sich einmal im Monat für eine Gruppensupervision zu treffen, um ihre pädagogischen Ansätze zu verbessern und sich bei der Bewältigung von Klassenherausforderungen zu unterstützen. Sie vereinbaren, ihre Unterrichtsmethoden zu reflektieren und voneinander zu lernen.
- Methode: Die "Klärungstechnik" ermöglicht es, die Erwartungen und Regeln für die Zusammenarbeit klar zu definieren.
- Methode 2: Die "Skalierungstechnik" ermöglicht es, die Zufriedenheit der Gruppe mit bestimmten Aspekten der Supervision auf einer Skala von 1 bis 10 zu bewerten. Dies hilft, Erwartungen zu klären, Schwerpunkte für die Supervision zu setzen und den Prozess aktiv mit dem Berater zu gestalten.

2. Exploration und Diagnose am Anfang des Supervisionsprozesses:
In dieser Phase werden die aktuellen Herausforderungen oder Themen des Supervisanden identifiziert und analysiert, um die Situation zu verstehen.
- Beispiel Einzelsetting: Ein Therapeut diskutiert mit seinem Supervisor eine schwierige Klientensituation, um die zugrunde liegenden Probleme zu verstehen und zu analysieren.
- Beispiel Gruppensetting: Die Gruppe von Sozialarbeitern diskutiert schwierige Fälle und identifiziert gemeinsam mögliche Problembereiche wie begrenzte Ressourcen oder komplexe familiäre Situationen.
- Methode: Die "Fallbesprechung" ermöglicht es, Fälle oder Situationen zu analysieren und verschiedene Perspektiven einzubringen, um eine Diagnose zu erstellen.
- Methode 2: Die "Genogramm-Methode" nutzt visuelle Darstellungen familiärer Beziehungen, um Muster oder Dynamiken in Gruppen aufzudecken und zu verstehen.
3. Konzeptualisierung und Konkretisierung in der Supervision:
Basierend auf der Diagnose entwickeln Supervisor und Supervisand theoretische Ansätze oder Modelle, um die Herausforderungen besser zu verstehen, neue Lösungsansätze zu finden und Strategien zu entwickeln.
- Beispiel Einzelberatung: Ein Manager und sein Supervisor verwenden das "Systemische Modell", um die Dynamik innerhalb eines Teams zu verstehen und mögliche Interventionspunkte zu identifizieren.
- Beispiel einer Gruppe von Fachkräften, welche das "Stärken- und Ressourcenorientierte Modell" verwendet, um die Fähigkeiten der Familien, mit denen sie arbeiten, zu stärken, und entwickelt dadurch neue Ansätze zur Unterstützung.
- Methode: Die "Systemische Analyse" hilft, die Wechselwirkungen innerhalb eines Systems zu betrachten und Lösungen zu identifizieren.
- Methode 2: Das "World Café" ist eine kreative Methode, bei der die Gruppe an verschiedenen Tischen sitzt und Ideen zu einem Thema sammelt, um verschiedene Perspektiven zu integrieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln.

4. Interventions- & Veränderungsphase:
Hier werden die entwickelten Strategien oder Interventionen in der Arbeitsumgebung des Supervisanden umgesetzt.
- Beispiel: Ein Lehrer wendet neue Unterrichtsmethoden an, die er mit seinem Supervisor entwickelt hat, um das Engagement der Schüler zu erhöhen.
- Die Sozialarbeiter wenden neue Interventionsmethoden an und diskutieren dann in der Gruppe, wie effektiv diese Methoden in verschiedenen Situationen waren.
- Methode: "Rollenspiele" ermöglichen es, neue Verhaltensweisen zu üben und in der Praxis anzuwenden.
- Methode 2: "Storyboarding" erlaubt es der Gruppe, ihre Ideen oder Pläne visuell darzustellen, um Veränderungen zu planen und zu organisieren.
5. Evaluationsphase:
In dieser Phase werden Auswirkungen der Interventionen bewertet, um zu sehen, ob sie die gewünschten Ergebnisse erzielen.
- Beispiel: Ein Projektmanager überprüft, ob die implementierten Projektmanagementstrategien zu einer verbesserten Zeit- und Ressourcenplanung geführt haben.
- Beispiel 2: Die KiTa-Fachkräfte reflektieren über die Ergebnisse der neuen Ansätze und tauschen sich darüber aus, welche Interventionen besonders hilfreich waren.
- Methode: "Feedback- und Evaluationsgespräche" helfen dabei, den Fortschritt zu bewerten und Anpassungen vorzunehmen.
- Methode 2: Die "Fokusgruppenmethode" beinhaltet strukturierte Diskussionen in kleinen Gruppen, um Feedback zu sammeln und verschiedene Perspektiven zu bewerten.

6. Abschlussphase:
Hier reflektieren Supervisor und Supervisand den Prozess, feiern Erfolge und planen, wie der Supervisand die erworbenen Fähigkeiten eigenständig weiterentwickeln kann.
- Beispiel: Ein Berater reflektiert mit seinem Supervisor über die Entwicklung neuer Beratungstechniken und wie er diese in zukünftigen Projekten anwenden kann.
- Beispiel 2: Die Gruppe zieht eine Bilanz über ihre Entwicklung und beschließt, weiterhin regelmäßige Gruppensupervisionssitzungen abzuhalten, um ihre professionelle Praxis zu verbessern. Gruppensupervision bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, voneinander zu lernen, unterschiedliche Perspektiven zu erhalten und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Die Gruppenmitglieder können voneinander profitieren und neue Ansichten und Techniken in ihre Arbeitspraxis integrieren.
- Methode: "Abschlussfeedback" ermöglicht es, den gesamten Supervisionsprozess zu bewerten und Pläne für zukünftige Entwicklungen zu erstellen.
- Methode: "Wertschätzendes Inquiry" (wertschätzendes Erkunden, ist eine werteorientierte Methode zur Gemeinwesen- und Organisationsentwicklung) ermöglicht es der Gruppe, positive Erfahrungen und Erfolge zu reflektieren, um daraus zukünftige Entwicklungsschritte abzuleiten.
Häufige Fragen (FAQ) – Supervision Ablauf
1. Wie läuft eine Supervision bei Ihnen konkret ab?
Die Supervision folgt einem klaren, bewährten 5-Phasen-Modell:
- Identifikation und Analyse der Herausforderung
- Theoretische Einordnung und Hypothesenbildung
- Entwicklung und Erprobung neuer Handlungsstrategien
- Evaluation der umgesetzten Maßnahmen
- Abschließende Reflexion und Transfer in den Alltag
Jede Sitzung orientiert sich an der jeweils aktuellen Phase, bleibt aber flexibel und bedarfsorientiert.
2. Wie beginnt der Supervisionsprozess?
Mit einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch (20–30 Minuten telefonisch oder per Video). Wir klären Ihr Anliegen, die Rahmenbedingungen und ob Einzel-, Team- oder Gruppensupervision am besten passt.
3. Wie lange dauert eine einzelne Supervisionssitzung?
Einzel-Supervision: 60 oder 90 Minuten
Team-/Gruppensupervision: 120–180 Minuten
Die Dauer wird im Vorgespräch auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.
4. Wie viele Sitzungen umfasst ein kompletter Supervisionsablauf?
Das ist individuell:
Kurzprozesse (z. B. akute Konflikte): 3–8 Sitzungen
Mittelfristige Prozesse: 8–15 Sitzungen
Langfristige Teamentwicklung oder Qualifizierung: 15–30 Sitzungen oder länger
Am Ende jeder Phase wird gemeinsam entschieden, wie es weitergeht.
5. Wie viel Zeit liegt typischerweise zwischen den Sitzungen?
Meist 2–6 Wochen, je nach Dringlichkeit und Umsetzungsbedarf. In Krisen können Sitzungen auch wöchentlich oder 14-tägig stattfinden.
6. Was passiert zwischen den Sitzungen?
Sie setzen vereinbarte Schritte, Experimente oder Beobachtungsaufträge im beruflichen Alltag um. Diese Erfahrungen bringen Sie in die nächste Sitzung ein – das ist ein zentraler Bestandteil des Ablaufs.
7. Wie strukturiert sich eine typische Supervisionssitzung?
- Kurze Eingangsrunge (aktueller Stand)
- Vertiefung des Themas (je nach Phase)
- Arbeit mit passenden Methoden (Fallbesprechung, Rollenspiel, systemische Fragen, Genogramm etc.)
- Entwicklung konkreter nächster Schritte
- Kurze Abschlussreflexion und Terminvereinbarung
8. Kann der Ablauf auch bei Teamsupervision eingehalten werden?
Ja, das 5-Phasen-Modell gilt genauso. Der Unterschied liegt in der stärkeren Berücksichtigung von Gruppendynamik, Kommunikationsregeln und gemeinsamen Zielvereinbarungen.
9. Was passiert, wenn eine Phase länger dauert als geplant?
Das ist völlig normal und gewollt. Der Ablauf ist kein starres Korsett, sondern ein Orientierungsrahmen. Wir passen Tempo und Tiefe an die aktuelle Situation an.
10. Wie erkenne ich, dass die Supervision erfolgreich abgeschlossen ist? In Phase 5 (Reflexion & Transfer) evaluieren wir gemeinsam:
- Haben sich die ursprünglichen Herausforderungen verändert/gelöst?
- Sind neue Handlungskompetenzen entstanden?
- Ist ein stabiler Transfer in den Alltag gelungen?
- Erst wenn diese Fragen positiv beantwortet werden können, beenden wir den Prozess – oder gehen in eine offene „Supervision auf Abruf“ über.
11. Gibt es einen unterschiedlichen Ablauf bei Online-Supervision?
Der inhaltliche Ablauf und die 5 Phasen bleiben identisch. Technisch nutzen wir eine Online-Plattform; Methoden wie Rollenspiel, Visualisierungen oder gemeinsame Whiteboards funktionieren hervorragend online.
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